Ripple-Präsidentin Stellt XRP-ETF in Aussicht

In den letzten Monaten hat Ripple (XRP) wenig Momentum gezeigt, mit einem Kurs, der sich zwischen 0,50 $ und 0,52 $ bewegt. Dennoch gibt es positive Entwicklungen im Ökosystem, die das Blatt möglicherweise wenden könnten.

Was ist XRP überhaupt?

XRP ist die native Kryptowährung des XRP Ledgers, einer 2012 gestarteten Blockchain, die Ripple Labs maßgeblich entwickelt hat. Anders als Bitcoin nutzt das Netzwerk keinen Proof-of-Work, sondern einen federierten Konsens-Algorithmus, der Transaktionen in drei bis fünf Sekunden bestätigt. Die Transaktionsgebühren liegen im Bruchteil eines Cents.

Der primäre Anwendungsfall ist der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr für Banken und Finanzdienstleister. Über das Produkt RippleNet können Zahlungen mit XRP als Brückenwährung in Sekunden abgewickelt werden, ohne dass Korrespondenzbanken vorgehalten werden müssen. Genau diese Use-Case-Klarheit unterscheidet XRP von vielen anderen Top-10-Coins.

Die Argumente für ein XRP-ETF

Ripple Präsidentin Monica Long erörterte in einem Interview mit CNBC die Notwendigkeit eines ETFs für XRP. Sie sprach über die baldige Einführung eines Stablecoins und deren Vorbereitungen, die den Anforderungen für solch ein Produkt entsprechen.

Strategische Überlegungen

Long betonte, dass XRP, ähnlich wie Bitcoin und Ethereum, die rechtliche Klarheit in den USA hat, was es zu einem vielversprechenden Kandidaten für einen ETF macht. XRP gehört zu den zehn größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung und zu den fünf größten nach täglichem Handelsvolumen.

Spot-ETF vs. Futures-ETF: Wo liegt der Unterschied?

Bei der ETF-Diskussion werden zwei grundverschiedene Produkte oft in einen Topf geworfen. Ein Spot-ETF hält die Kryptowährung physisch und verwahrt sie über einen regulierten Custodian. Der ETF-Anteil bildet damit den realen Marktpreis sehr eng ab. Genau diese Variante hat die SEC im Januar 2024 für Bitcoin freigegeben.

Ein Futures-ETF hingegen hält Termin-Kontrakte auf den Coin und nicht den Coin selbst. Das vereinfacht die regulatorische Einstufung, schafft aber Roll-Kosten und damit eine systematische Kursabweichung gegenüber dem Spot-Markt. Für institutionelle Anleger ist der Spot-ETF deshalb das wertvollere Vehikel.

Der regulatorische Hintergrund: SEC vs. Ripple

Die SEC verklagte Ripple Labs im Dezember 2020 wegen angeblich nicht registrierter Wertpapieremission durch XRP-Verkäufe. Im Juli 2023 entschied Richterin Analisa Torres, dass programmatische XRP-Verkäufe an anonyme Käufer über Krypto-Börsen keine Wertpapiergeschäfte darstellen. Direkte institutionelle Verkäufe an gewerbliche Investoren wurden hingegen als Wertpapieremission eingestuft.

Diese Teilentscheidung ist die rechtliche Basis, auf die sich Ripples ETF-Argumentation stützt. Solange XRP am Sekundärmarkt nicht als Wertpapier gilt, kann die SEC einen Spot-ETF nicht mit Verweis auf den Wertpapierstatus blockieren, eine Argumentation, die sie bei Bitcoin und Ethereum bereits aufgegeben hat.

Was ein XRP-ETF für Anleger bedeuten würde

Ein zugelassener Spot-ETF würde XRP für Pensionsfonds, Versicherer und 401(k)-Pläne investierbar machen, also genau für die Kapitalpools, die heute aus regulatorischen Gründen keine Coins direkt halten dürfen. Bei Bitcoin hat das innerhalb der ersten Monate nach ETF-Zulassung Zuflüsse im zweistelligen Milliardenbereich ausgelöst.

Für Privatanleger entfällt mit einem ETF die Notwendigkeit einer eigenen Wallet samt Verwahrungsrisiko. Steuerlich wird die Position wie ein klassisches Wertpapier behandelt, in Deutschland also über die Abgeltungsteuer von 25 Prozent statt über die einkommensabhängige Spekulationssteuer auf Krypto-Direktkäufe.

Zukünftige Aussichten

Obwohl XRP im Jahr 2024 bisher keine großen Gewinne verzeichnet hat, könnte die Einführung eines XRP-ETFs entscheidend sein, um die Kursentwicklung anzukurbeln und die notwendige Dynamik aufzubauen. Laut Ripple CEO Brad Garlinghouse könnte ein solcher ETF möglicherweise schon 2025 Realität werden.

Wie kann ich heute in XRP investieren?

Bis ein Spot-ETF zugelassen ist, läuft der Zugang über klassische Krypto-Börsen wie Binance, Coinbase, Kraken oder Bitstamp. Wer den aktuellen XRP-Kurs in Euro nachschlagen oder einen bestimmten Betrag umrechnen möchte, findet auf unserer XRP-Coinseite stündlich aktualisierte Daten und einen Konverter. Beim Kauf gilt: nur in Beträgen investieren, deren Verlust verschmerzbar ist, und nach dem Kauf eine eigene Wallet (Hardware-Wallet bevorzugt) für längere Haltefristen erwägen.

Häufige Fragen zum XRP-ETF

Gibt es bereits einen XRP-ETF?

In den USA ist Stand Juni 2024 noch kein XRP-Spot-ETF zugelassen. In Europa existieren ETPs (Exchange Traded Products) auf XRP, etwa von 21Shares, die strukturell ähnlich funktionieren wie ein Spot-ETF und an Börsen wie Xetra oder der SIX gehandelt werden.

Wer kann einen XRP-Spot-ETF in den USA beantragen?

Jeder regulierte Vermögensverwalter mit Custodian-Setup. Bei Bitcoin haben unter anderem BlackRock, Fidelity, Grayscale und Bitwise Anträge eingereicht. Für XRP wären die gleichen Akteure naheliegende Kandidaten, sobald die SEC ein Filing nicht mehr per se ablehnt.

Würde ein XRP-ETF den Kurs treiben?

Erfahrungswerte aus dem Bitcoin-Markt zeigen: Die Erwartung der ETF-Zulassung treibt den Kurs stärker als die Zulassung selbst (klassisches „buy the rumor, sell the news“). Mittelfristig bringen die ETF-Mittelzuflüsse aber strukturelle Nachfrage, die zuvor regulatorisch unmöglich war.

Fazit

Die Entwicklung eines XRP-ETFs wäre ein bedeutender Schritt für Ripple, um nicht nur seine Marktposition zu festigen, sondern auch Investoren eine neue Anlagemöglichkeit zu bieten. Die regulatorische Lage hat sich seit 2023 spürbar entspannt, die strategischen Argumente liegen auf dem Tisch. Bis zur tatsächlichen Zulassung bleibt es jedoch eine Wette auf das politische Klima in Washington und die Bereitschaft der SEC, nach Bitcoin und Ethereum den nächsten Schritt zu machen.

Stand: Juni 2024.

Verwandt: Ethereum-ETF: BlackRock, Grayscale und Bitwise passen Anträge an und SEC verschiebt Entscheidung zu Bitcoin-ETFs.

Ein Kommentar

  1. Ich habe selber XRP, schon seit Jahren. Leider ist der Kurs im Moment echt mies, aber ich glaube weiterhin dran und werde bei jeder Gelegenheit nachkaufen.

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