Straßenschild Wall Street vor der New Yorker Börse mit US-Flaggen

Bitcoin-ETFs im dritten Quartal 2026: 6,34 Milliarden Dollar Zuflüsse und ein kühler Oktober

US-Spot-Bitcoin-ETFs haben im dritten Quartal 2026 netto rund 6,34 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Das ist das stärkste Quartal des laufenden Jahres und eine deutliche Wende nach dem zweiten Quartal, in dem laut den Daten von SoSoValue rund 5 Milliarden US-Dollar abgeflossen waren. Der Oktober zeigt allerdings, wie schnell sich das Bild wieder drehen kann: In den ersten beiden Oktoberwochen überwogen die Abflüsse.

Im Mai hatten wir über die Bitcoin-ETF-Zuflüsse im April 2026 berichtet, damals der stärkste Monat des Jahres. Seitdem hat der Markt eine kräftige Korrektur und eine ebenso kräftige Erholung hinter sich.

Die Zahlen des dritten Quartals

Laut einer Auswertung auf Basis von SoSoValue-Daten, die unter anderem KuCoin News veröffentlichte, verteilten sich die Nettozuflüsse so:

  • Juli 2026: rund 172 Millionen US-Dollar
  • August 2026: rund 3,52 Milliarden US-Dollar
  • September 2026: rund 2,65 Milliarden US-Dollar
  • Q3 gesamt: rund 6,34 Milliarden US-Dollar

Der Juli war also fast ausgeglichen, der eigentliche Schub kam im August und September. Je nach Datenanbieter weichen die Monatswerte leicht voneinander ab, weil Farside und SoSoValue Zu- und Abflüsse unterschiedlich zuordnen.

Balkendiagramm: Nettozuflüsse in US-Spot-Bitcoin-ETFs im Juli, August und September 2026
Grafik: cointable.de, Daten: SoSoValue

Vom Tief unter 60.000 Dollar zur Erholung

Um die Zahlen einzuordnen, hilft ein Blick auf das zweite Quartal. Im Juni rutschte Bitcoin zeitweise unter 60.000 US-Dollar, den tiefsten Stand seit Oktober 2024. Vom Rekordhoch bei knapp 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 war der Kurs damit um mehr als die Hälfte gefallen. Als Gründe nannte Trending Topics ein Bündel an Faktoren: Zinssorgen nach Aussagen mehrerer Fed-Vertreter, steigende Ölpreise durch Spannungen zwischen den USA und dem Iran, einen Ausverkauf bei Tech-Aktien und anhaltende ETF-Abflüsse. Dazu kam ein symbolischer Schlag: Strategy, der größte börsennotierte Bitcoin-Halter, hatte Ende Mai 32 BTC verkauft.

Im dritten Quartal drehte der Markt. Bitcoin legte im Quartal um rund 42,7 Prozent zu, die stärkste Quartalsentwicklung seit dem vierten Quartal 2024. Anfang Juli notierte der Kurs nahe 58.500 US-Dollar, im September zeitweise über 86.000 US-Dollar, Ende September bei rund 83.600 US-Dollar.

Der September-Schub

Den größten Teil der September-Zuflüsse brachte eine kurze Phase. Zwischen dem 17. und 25. September flossen laut Crypto Briefing rund 3 Milliarden US-Dollar in die Spot-Bitcoin-ETFs. Die stärkste Woche brachte 2,4 Milliarden US-Dollar, der höchste Wochenwert seit Oktober 2025. Der stärkste Einzeltag war der 21. September mit knapp 999 Millionen US-Dollar.

Die Verteilung in dieser Spitzenwoche:

  • BlackRock iShares Bitcoin Trust (IBIT): rund 1,2 Milliarden US-Dollar
  • Fidelity Wise Origin Bitcoin Fund (FBTC): rund 702 Millionen US-Dollar
  • ARK 21Shares Bitcoin ETF (ARKB): rund 295 Millionen US-Dollar

Anders als im April zog diesmal auch Fidelity mit. Damals hatte FBTC Mittel verloren, während IBIT allein die Zuflüsse trug. Laut Crypto Briefing lag der Jahressaldo aller Spot-Bitcoin-ETFs Mitte Juli noch bei rund minus 5,8 Milliarden US-Dollar. Ende September stand er mit rund 934 Millionen US-Dollar wieder leicht im Plus.

Ether- und XRP-ETFs ziehen mit

Nicht nur Bitcoin profitierte. Spot-Ether-ETFs verbuchten im dritten Quartal laut derselben SoSoValue-Auswertung Zuflüsse von rund 3,05 Milliarden US-Dollar, nachdem im zweiten Quartal rund 714 Millionen US-Dollar abgeflossen waren. Ethereum selbst legte im Quartal um rund 56 Prozent zu. Wie lang der Weg zu diesen Produkten war, zeigt unser Rückblick auf die Änderungen an den Ethereum-ETF-Anträgen aus dem Jahr 2024.

Auch die US-ETFs auf XRP sammelten weiter Geld ein: rund 308 Millionen US-Dollar im dritten Quartal. Die kumulierten Nettozuflüsse seit Start erreichten laut CryptoPotato Ende September mit rund 1,79 Milliarden US-Dollar einen Höchststand. Als Ripple-Präsidentin Monica Long 2024 einen XRP-ETF in Aussicht stellte, war das noch Zukunftsmusik.

Oktober: Abflüsse statt Uptober

Der Oktober gilt unter Krypto-Anlegern traditionell als starker Monat, daher der Spitzname „Uptober“. 2026 startete er für die Bitcoin-ETFs schwach. Schon am 30. September endete eine Serie von neun Zuflusstagen mit Abflüssen von rund 149 Millionen US-Dollar.

In der Woche vom 5. bis 9. Oktober flossen laut KuCoin News auf Basis von Farside-Daten netto rund 679 Millionen US-Dollar ab. Der schwächste Tag war der 7. Oktober mit rund 485 Millionen US-Dollar Abflüssen, davon rund 208 Millionen US-Dollar aus IBIT. Bitcoin fiel in dieser Woche von rund 86.500 auf etwa 82.500 US-Dollar. Auch die Folgewoche schloss mit Abflüssen von rund 229 Millionen US-Dollar. Bis zum 16. Oktober summierte sich der Monat auf ein Minus von gut 600 Millionen US-Dollar.

Zuletzt drehte die Richtung wieder. Am 26. und 27. Oktober verbuchten die Fonds laut FXStreet mit Bezug auf SoSoValue Zuflüsse von rund 110 und 176 Millionen US-Dollar. Bitcoin notierte am 28. Oktober bei rund 81.000 US-Dollar, vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am selben Tag.

Was das für deutsche Anleger bedeutet

Die US-Spot-ETFs selbst sind für Privatanleger in Deutschland in der Regel nicht direkt zugänglich, weil sie die EU-Vorgaben für Fonds und die Pflicht zu einem Basisinformationsblatt nicht erfüllen. Wer Bitcoin über ein börsengehandeltes Produkt halten will, greift hierzulande meist zu Krypto-ETNs. Die US-Zuflüsse sind für deutsche Anleger deshalb vor allem ein Stimmungsindikator: Sie zeigen, ob große institutionelle Käufer gerade Bitcoin aufbauen oder abbauen.

Steuerlich unterscheiden sich direkt gehaltene Coins und börsengehandelte Produkte, und die Regeln könnten sich bald ändern. Das Bundesfinanzministerium plant, die einjährige Haltefrist für ab 2027 gekaufte Kryptowerte abzuschaffen. Den aktuellen Stand haben wir im Beitrag zur Krypto-Haltefrist im Herbst 2026 zusammengefasst.

Fazit

Das dritte Quartal war für Bitcoin-ETFs das beste des Jahres 2026. Nach dem Absturz unter 60.000 US-Dollar im Juni kehrten institutionelle Käufer im August und vor allem in der zweiten Septemberhälfte zurück, diesmal breiter verteilt als im Frühjahr. Auch Ether- und XRP-ETFs profitierten. Der Oktober zeigt aber, dass die Mittelflüsse zyklisch bleiben: Auf neun Zuflusstage folgten zwei Wochen mit Abflüssen, bevor die Richtung Ende Oktober wieder drehte. Wer die Entwicklung verfolgen will, findet aktuelle Euro-Kurse auf den cointable-Seiten zu Bitcoin, Ethereum und XRP.

Quellen: KuCoin News zu den Q3-Zuflüssen, Crypto Briefing zum September-Schub, KuCoin News zu den Oktober-Abflüssen, Trending Topics zum Juni-Tief, CryptoPotato zu XRP-ETFs, FXStreet zum Stand Ende Oktober. Keine Anlageberatung.

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