Goldene und silberne Bitcoin-Münzen auf Geldscheinen

Sparkasse startet Krypto-Handel: Was das Deka-Angebot kann und was nicht

Seit Montag, dem 19. Oktober 2026, können die ersten Sparkassen-Kunden Kryptowerte direkt in ihrer Banking-App kaufen, verkaufen und verwahren. Das Angebot heißt „Krypto powered by Deka“ und wird von der DekaBank bereitgestellt, dem Wertpapierhaus der Sparkassen-Finanzgruppe. Damit öffnet sich die größte Bankengruppe Deutschlands für Bitcoin und Co. Allerdings nicht überall gleichzeitig und mit einigen Einschränkungen, die Anleger kennen sollten.

Welche Coins es gibt und was es kostet

Zum Start sind fünf Kryptowerte handelbar:

Laut BTC-ECHO kostet jede Order 0,99 Euro. Hinzu kommt der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Wie hoch dieser Spread ausfällt, geht aus den bisherigen Berichten nicht hervor. Ein eigenes Wertpapierdepot ist nicht nötig. Der Handel läuft laut Stiftung Warentest in der Sparkassen-App im Bereich „Anlegen“ in einer eigenen Rubrik.

Die Handelsinfrastruktur kommt von der Börse Stuttgart, die Verwahrung übernimmt die DekaBank selbst. Laut Stiftung Warentest erhielt die Deka ihre MiCA-Lizenz von der BaFin bereits 2025 und kann damit Handel, Verwahrung und Kundenservice aus einer Hand anbieten. Seit dem Ende der MiCA-Übergangsfrist am 1. Juli 2026 ist eine solche Zulassung für alle Anbieter Pflicht, wie wir im Beitrag zu MiCA nach der Übergangsfrist beschreiben.

Kein bundesweiter Start: jede Sparkasse entscheidet selbst

Wer jetzt die eigene Sparkassen-App öffnet, findet das Angebot unter Umständen noch nicht. Es gibt keinen einheitlichen Starttermin. Joachim Schmalzl, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), sagte laut IT Finanzmagazin:

Wann eine Sparkasse startet, entscheidet sie selbst.

Joachim Schmalzl, DSGV, Oktober 2026

Zum Auftakt sind nur die ersten teilnehmenden Institute dabei. Pro Monat sollen 30 bis 40 weitere Sparkassen hinzukommen. Mehr als 230 Sparkassen, rund zwei Drittel aller Institute, haben laut BTC-ECHO ihr Interesse bekundet. Schmalzls Ziel: „Im ersten Halbjahr 2027 wollen wir bereits einen großen Teil der interessierten Sparkassen angebunden haben.“

Die Einschränkungen im Detail

Das Sparkassen-Angebot ist bewusst vorsichtig gestaltet. Die wichtigsten Punkte nach den Berichten von BTC-ECHO, stock3 und IT Finanzmagazin:

  • Keine eigene Wallet: Die Coins und die privaten Schlüssel liegen bei der DekaBank. Kunden haben keine direkte Kontrolle über ihre Bestände.
  • Kein Transfer auf Hardware-Wallets: Direkte Überweisungen auf eine eigene Hardware-Wallet sind derzeit ausgeschlossen. Auszahlungen sollen nur an Adressen bestimmter zugelassener Krypto-Dienstleister möglich sein. Welche das sind, ist noch offen.
  • Keine Beratung, keine Werbung: Die Sparkassen beraten nicht zu Kryptowerten und bewerben das Angebot nicht aktiv. Es richtet sich an volljährige Kunden, die sich bewusst selbst dafür entscheiden.
  • Deutliche Risikowarnung: Der DSGV betont: „Kryptowährungen bleiben aus Sicht der Sparkassen hochspekulative Anlagen.“ Kunden werden auf starke Kursschwankungen und das Risiko eines Totalverlusts hingewiesen.

Wer Wert auf Selbstverwahrung legt, also auf die volle Kontrolle über die eigenen Schlüssel, ist mit dem Sparkassen-Angebot in der jetzigen Form nicht bedient. Für Kunden, die einfach eine kleine Position Bitcoin neben Girokonto und Depot halten wollen, ist dagegen die Integration in die bekannte App der zentrale Punkt.

Einordnung: Sparkassen kommen spät, aber mit Reichweite

Neu ist Krypto im deutschen Bankenmarkt nicht. Smartphone-Banken und Neobroker wie N26, Trade Republic und Revolut bieten den Handel seit Längerem an, zuletzt sind auch Volksbanken eingestiegen, wie das IT Finanzmagazin einordnet. Die Sparkassen hatten Kryptohandel lange abgelehnt und erst im Sommer 2025 einen Richtungsschwenk vollzogen.

Ihr Gewicht liegt in der Reichweite. Die Sparkassen-Finanzgruppe ist die größte Bankengruppe Deutschlands. Wenn ein großer Teil der interessierten Institute bis Mitte 2027 angebunden ist, bekommen viele Kunden erstmals Zugang zu Kryptowerten über ihre Hausbank, ohne ein Konto bei einer Kryptobörse eröffnen zu müssen.

Stiftung Warentest rät Einsteigern, sich zunächst auf etablierte Kryptowerte zu beschränken, und verweist auf die starken Kursschwankungen. Der DSGV selbst empfiehlt für den langfristigen Vermögensaufbau weiterhin Wertpapiere und Sparpläne. Einen Krypto-Sparplan erwähnen die bisherigen Berichte nicht.

Kosten vergleichen: worauf es ankommt

Bei der Wahl des Anbieters lohnt der Blick auf die Gesamtkosten. Die feste Gebühr von 0,99 Euro pro Order ist transparent, der Spread dagegen variiert je nach Anbieter, Coin und Marktlage. Wer verschiedene Anbieter vergleicht, sollte deshalb nicht nur die Ordergebühr, sondern den tatsächlich gezahlten Kurs mit dem Marktkurs abgleichen. Aktuelle Euro-Kurse für alle fünf Sparkassen-Coins zeigt cointable laufend an, etwa für Bitcoin oder Solana.

Steuern: Was für Sparkassen-Krypto gilt

Steuerlich gilt für Coins aus der Sparkassen-App nach heutigem Recht dasselbe wie für Kryptowerte von anderen Plattformen: Gewinne aus Verkäufen innerhalb eines Jahres sind als private Veräußerungsgeschäfte nach § 23 EStG steuerpflichtig, nach mehr als zwölf Monaten Haltedauer steuerfrei. Ob und in welcher Form die Sparkassen ihren Kunden eine Steueraufstellung liefern, geht aus den bisherigen Berichten nicht hervor.

Brisant ist der Zeitpunkt des Starts. Das Bundesfinanzministerium plant laut Referentenentwurf, die Haltefrist für Kryptowerte abzuschaffen, die nach dem 31. Dezember 2026 angeschafft werden. Ein Gesetz ist das noch nicht. Den Stand der Debatte haben wir im Beitrag zur Krypto-Haltefrist im Herbst 2026 zusammengefasst, die Positionen der Union im Beitrag zu CDU/CSU und der Haltefrist. Praktische Hinweise zu Freigrenze und Verlustverrechnung gibt unser Ratgeber zur Krypto-Steuer zum Jahresende.

Fazit

Mit dem Start von „Krypto powered by Deka“ ist Bitcoin endgültig im deutschen Massenmarkt angekommen. Das Angebot ist einfach gehalten, reguliert und in die gewohnte App integriert. Gleichzeitig ist es eng begrenzt: fünf Coins, keine eigene Wallet, kein Transfer auf Hardware-Wallets und keine Beratung. Wann die eigene Sparkasse startet, entscheidet jedes Institut selbst. Wer das Angebot nutzen will, sollte die Gesamtkosten inklusive Spread prüfen und die Kaufdaten sauber dokumentieren, gerade mit Blick auf die geplante Reform der Krypto-Besteuerung.

Quellen: BTC-ECHO zum Start, IT Finanzmagazin zum Rollout, stock3 zu den Einschränkungen, Stiftung Warentest zum Sparkassen-Angebot. Keine Anlageberatung.

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